PelztierzüchterZentralverband Deutscher Pelztierzüchter e.V.
Die überwiegende Zahl der deutschen Pelztierzüchter hat eine Ausbildung zum Tierwirt,
Fachbereich Pelztierhaltung, mit dem Meisterbrief abgeschlossen und ihre erworbene Fachkompetenz
vor den jeweils zuständigen Landwirtschaftskammern dokumentiert. Sie bilden sich regelmäßig in
Lehrgängen des Zentralverbandes Deutscher Pelztierzüchter in der landwirtschaftlichen Schulungsstätte‚
”Haus Düsse” weiter.
Wir züchten bereits seit 27 Jahren Nerze. Angefangen Tiere zu halten, habe ich, Heinz Stüker, schon in meiner Kindheit mit Kaninchen und anderen Kleintieren. 1973 begann ich, Frettchen zu züchten, bis 1980 die ersten Nerze hinzukamen. Auch habe ich schon Steinmarder, Wiesel und Baummarder erfolgreich in Nerzgehegen nachgezüchtet. Nebenberuflich begann ich, die Nerzzucht ständig zu verbessern und auszubauen. In der Zwischenzeit legte ich die Tierwirtschaftsgehilfenprüfung und danach die Meisterprüfung ab. Obwohl es meistens mit sehr viel Arbeit verbunden ist, haben wir, meine Frau Marlies und ich, die Farm ständig ausgebaut bis zu ihrer heutigen überschaubaren Größe. Unser Sohn und unsere Tochter helfen teilweise mit zur Pelzzeit; unser Sohn setzt sich außerdem für die Instandhaltung der Maschinen ein. Wir stellen unser Futter selber her und wir sehen uns auch als Entsorgungsbetrieb der Nahrungsmittelindustrie, weil wir aus den Resten, die bei uns als Futter Verwendung finden, ein hochwertiges Produkt erzeugen. Vor einigen Jahren haben wir ausschließlich auf Mutationsnerze umgestellt und zwar auf Saphirnerze, Saphir Cross Nerze, Blue Iris Nerze und Violet Nerze. Gemeinsam besuchten wir viele Pelztierzuchten im In- und Ausland und nahmen von unseren Reisen viele Anregungen mit für unseren Betrieb. Ausstellungen und Fachmessen besuchen wir, um uns über die neuesten Entwicklungen zu informieren. Selbstverständlich besuchen wir auch laufend die vom Zentralverband Deutscher Pelztierzüchter durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen. Unser Betrieb bildet fast ausschließlich unsere Lebensgrundlage. Meine Frau arbeitet in Teilzeit hauptamtlich bei einer großen Hilfsorganisation. Spannend ist es, im Frühjahr die Wurfzeit zu erleben und danach die Welpen aufwachsen zu sehen. Im Herbst werden die Zuchttiere ausgewählt; es ist jedes Mal etwas besonderes, wenn außergewöhnlich schöne Exemplare dabei sind. Eine besondere Freude ist es, wenn die Experten der internationalen Auktionsgesellschaften den Qualitätsstandard der Zucht und die vorher von uns getroffene Auswahl der Zuchttiere bestätigen. Jedenfalls können wir uns nichts besseres vorstellen, als Nerze zu züchten; besonders an den Mutationsnerzen sieht man, wie weit sich diese von der in Nordamerika vorkommenden Wildform zum landwirtschaftlichen Nutztier entwickelt haben. Marlies und Heinz Stüker, Pelztierzüchter in Deutschland |